Die Einzelarbeit in der Feldenkrais-Methode wird Funktionale
Integration genannt.
Statt verbaler Anleitung gebraucht der Lehrer hier seine Hände,
um direkt mit den Bewegungs- und Haltungsmustern der Klientin bzw.
des Klienten in Kontakt zu treten.
Funktionale Integration findet meist auf einer Liege statt, kann
aber auch im Sitzen auf einem Stuhl oder im Gehen oder Stehen vermittelt
werden. Sie zeichnet sich gegenüber der Gruppenarbeit durch folgende Merkmale aus:
- Die Stunde wird ganz und gar entsprechend dem
Befinden, den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Klientin /
des Klienten gestaltet. Bei körperlichen Einschränkungen,
z.B. aufgrund von Schmerzen oder neurologischen Störungen sind
daher Besserung und persönliche Fortschritte oft leichter
über die Funktionale Integration zu erreichen.
- Der Lehrer kann seine eigene jahrelange
Eigenerfahrung mit der Methode der Klientin / dem Klienten gezielter
zur Verfügung stellen. Er sieht von außen, wo mit hoher
Wahrscheinlichkeit "etwas zu holen" ist und kann durch Berührung
direkt das entsprechende Bewegungsthema ansprechen. In Analogie zu
einem bekannten Spruch gilt oft: Eine Berührung oder eine
geführte Bewegung sagt mehr als 1000 Worte.
- Die Klientin / Der Klient hat die ungeteilte
Aufmerksamkeit des Feldenkrais-Lehrers. Dies ist besonders bei
persönlichen Belastungs- oder Krisensituationen von Bedeutung oder
wenn die Sitzungen Gelegenheiten zu einem intensiven Gespräch
bieten sollen.
- Gemeinsames Ziel von Funktionaler Integration
und Bewusstheit durch Bewegung (der Gruppenarbeit) ist es, einen
intensiven Lernprozess auf sensomotorischer Ebene zu ermöglichen.
In der Art der Vermittlung und damit auch der Erfahrung besteht
allerdings ein wesentlicher Unterschied: In der Gruppenarbeit kommt die
Erfahrung durch die Auseinandersetzung der Teilnehmerin / des
Teilnehmers mit sich selbst zustande. In Worten ausgedrückt kann
die Erfahrung lauten "Ich kann etwas", "ich kann mir selbst / meinem
Körper vertrauen", "ich bin mehr als ich dachte". Bei der
Funktionalen Integration kommt durch die Begegnung zwischen zwei
Menschen die Erfahrungsqualität hinzu: "Ich werde erkannt", "ich
werde verstanden", "ich darf so sein wie ich bin". Dem einen
Menschen kann der Aspekt der persönlichen Begegnung wichtig oder willkommen sein,
der andere möchte vielleicht lieber "in der Gruppe verschwinden".
Honorar nach Vereinbarung
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